Das Camp findet vom 04.-07. Juni statt. Ihr könnt ab Donnerstagmorgen anreisen.
Die Tage beginnen (ab Freitag) morgens gegen 9:00 Uhr mit einem Plenum.
Die allgemeinen Essenszeiten sind ab 8:00 Uhr, 13:00 Uhr und 18:00 Uhr. Am Samstag, wenn wir nach Brake fahren, werden wir unsere Abendbrotzeiten dementsprechend anpassen.
Donnerstag
16:30-18:00
Auftaktveranstaltung / Wesercampteam
Freitag
10:00-11:30
[Workshop 1]Der Widerstand gegen die Weservertiefung – Eine lokale Perspektive / BUND Wesermarsch
Eine erneute Vertiefung der Unterweser steht an – offiziell
„Fahrrinnenanpassung“ genannt. Welche schädlichen Auswirkungen wird sie haben? Wie organisiert sich der regionale Widerstand? Warum ist er – jedenfalls bisher – erfolgreich? Der BUND Wesermarsch ist ein zentraler Akteur in dieser Auseinandersetzung. Wir möchten aus unserer Perspektive die Möglichkeiten, aber auch Grenzen lokalen Engagements aufzeigen. Einziger Nutznießer der Weservertiefung ist der Braker Hafen, der als Futtermittel- und Sojaimporthafen eine wichtige Rolle bei Massentierhaltung und Regenwaldzerstörung spielt. Es bleibt für uns eine wichtige Frage, wie es gelingen kann, eine globale Perspektive in die
lokalen Debatten einzubringen.
[Workshop 2] Grafikkampagne „Water Always Wins“ / Klima*Kollektiv
14:30-16:00
[Workshop 1] Die Anfänge der Futtermittelimporte in Deutschland.
In dieser Veranstaltung geht es um die Anfänge der Futtermittelimporte in Deutschland im Zusammenhang mit der sogenannten „ersten Globalisierung“ in der Zeit von 1870-1914. Wir wollen verstehen, warum Deutschland zu dieser Zeit begann, nennenswert Futtermittel aus dem Ausland zu importieren. Es wird sich herausstellen, dass sowohl die damalige deutsche Agrarstruktur im Kontext internationaler Märkte, als auch Deutschlands Selbstverständnis im zeitgenössischen globalen Kapitalismus und den kolonialen Ausbeutungsverhältnissen, eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Veranstaltung ist in deutscher Sprache und erfordert keine Vorkenntnisse – alle werden mitgenommen.
[Workshop 2] Tschüss Biodiversität? – Die Kampagne Hands off Nature an der Weser und in Europa – NAJU
Täglich werden in Deutschland 45 Hektar Natur bebaut, betoniert, versiegelt. Lebensräume verschwinden – auch an der Weser und selbst im Wattenmeer sind seit jahrzehnten geschützte Habitate politischem Druck ausgesetzt. Neben der Klimakrise ist das menschengemachte Ausrotten von Arten und die Degardierung von Lebensräumen eine stille Krise, die gesellschaftlich weniger mobilisiert, aber in der Wechselwirkung mit Klima und Wasser drastische Auswirkungen hat. Statt aber alles für den erhalt der Natur zu tun, steht zu befürchten, dass durch den Rechtsruck in Europa wichtige Standards bei Umwelt- Natur und Landwirtschaftspolitik in allen Ländern geschleift werden. Dagegen wendet sich die Kampagne Hands off Nature der Europäischen Naturschutzorganisationen.
Im Workshop schauen wir, was wir unter Biodiversität verstehen, weshalb sie häufig schwer zu vermitteln und ihre Koservierung oft „wider-natürlich“ ist. Welche Rolle spielt der Schutz von Habitaten entlang der Weser . Im zweiten Teil geht es um die politischen und wachstumsöknomischen Prozesse, die Natur und ihren Erhaltung unter Druck setzten. Wir diskutieren welche wirksamen Perspektiven es für eine moderne politische Ökologie gibt.
Die Veranstaltung ist in deutscher Sprache,erfordert keine Vorkenntnisse und soll zum Austausch zum Thema anregen.
16:30-18:00
[Workshop 1] Tierhaltung: die politische Realität In Deutschland / BUND
wie ein wichtiges Gesetz über mehr Transparenz in der deutschen Tierhaltung über Jahrzehnte und unter verschiedenen Regierungen verzögert, verwässert, verschlampt wurde und noch weiter wird
[Workshop 2] Bausteine einer Weserschutzkampagne / Klima*Kollektiv
Im ersten Teil des Workshops wird Timo vom Klima*Kollektiv Werkzeuge und Ergebnisse des Wasserschützer:innentraining (https://wa-tr.org) vorstellen, welches von Januar bis März in Bremen stattgefunden hat. Anschließend werden wir gemeinsam verschiedene Bausteine zusammensetzen und praktisch den Rahmen für eine Weserschutzkampagne gemeinsam weiterentwickeln.
Abendprogramm
[Film] Sturmflut 1962 und heute
KLIMAKNEIPE – heute hier im LiLuBa!
Samstag
9:30-11:00
[Workshop 1] Weservertiefung für noch mehr Zerstörung? Die Lieferketten des Braker Hafens / Robin Wood
Soja, Palmöl, Zellstoff, Papier und die globalen Auswirkungen des Anbaus und der Produktion (Entwaldung, Landnahme…)
[Workshop 2] Weserrat der Lebewesen „Council of all Beings“ / Mara
11:30-13:00
[Workshop 1] Weidehaltung / Aktion Agrar
2026 ist das UN-Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums. Weltweit leben Millionen von Menschen von der Weidetierhaltung. Immer mehr von ihnen haben massiv mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen. Viele indigene Hirt*innen erleben Diskriminierung und Vertreibung. Weidelandschaften prägen auch in Deutschland unsere Kulturlandschaften. Weidetiere brauchen keine Futtermittelimporte. Beweidung kann zu Artenvielfalt und Klimaschutz beitragen.
[Workshop 2] Der Franzius Weserkahn – ein Umweltbildungsprojekt entlang der Weser. / NABU Bremen, Franzius e.V., Silke Bothfeld
14:00
Wir fahren nach Brake zur Kundgebung mit dem Zug ab 15:01 (Bremen Hbf).
16:30
Kundgebung zu Wasser und zu Land an der Kaje in Brake. Die Kanuten starten ab 15:00 Uhr in Sandstedt.
Abendprogramm
[Film] Land, Würde und Gerechtigkeit – Agrarkooperativen im Widerstand gegen die Palmölindustrie
Sonntag
9:30-11:00
[Workshop 1] Der Widerstand gegen die A20 / Fridays for Future Rastede
[Workshop 2] Great again? Wieso jetzt alle wieder von Atomkraft reden – und was Mensch dagegen machen kann / Anti-Atom-Büro Hamburg
Wir schauen uns die aktuelle Situation rund um Atomkraft an und werfen dabei einen besonderen Blick auf das AKW-Unterweser und den Hafen in Nordenham.
11:30-13:00
Abschlussplenum und Blick in die Zukunft
Altes Programm 2025:
Am Freitag den 23.05.25 wird es nach der Ankunft der Radtour Landwirtschaft in Bewegung um 17:00 Uhr eine Auftaktveranstaltung im Central Theater in Brake geben. Hier werden sich die beteiligten Initiativen kurz mit ihren Themen vorstellen. Es geht unter anderem um die Folgen der Weservertiefung, die Auswirkungen des Palmölanbaus in Lateinamerika, um eine Landwirtschaft im Wandel und die Idee einer Wasserbewegung.
Nach der Veranstaltung werden wir gemeinsam mit der MS Guntsiet nach Harriersand übersetzen, auf dem Zeltplatz unsere Zelte aufschlagen, essen und den Abend gemütlich ausklingen lassen.
Programm für Samstag, den 24. Mai
Wir beginnen nach dem Frühstück um 9:30 Uhr mit einem Überblick
Workshops von 10:30 bis 12:00 Uhr
[Workshop 1] Die Wesermündung – ein Ökosystem unter Druck / Beatrice Claus, WWF
[Workshop 2] Industrielle Landwirtschaft & Futtermittelimporte / Jutta Sundermann, Aktion Agrar
[Workshop 3] 500 Jahre Bauernkriege. Widerstand gegen Landraub und Ausbeutung von 1525 bis heute / Florian Hurtig, Autor
[Workshop 4] Der lange Weg gegen die Weservertiefung – die Kläger aus der Landwirtschaft berichten / Ralf Degen, Leenert Cornelius, Dierk Dettmers
Von 12:15 bis 13:30 Uhr machen wir eine Hafenrundfahrt über den Braker Hafen mit der MS Guntsiet
Mittagspause von 13:30 bis 14:30
Workshops von 14:30 bis 16:00 Uhr
[Workshop 5] Widerstand im Schatten der Ölpalmen – von Mittelamerika bis zur Unterweser / cir romero initiative mit Aktivist*innen aus Honduras und Guatemala
[Workshop 6] Flüssiggas (LNG), Fracking und Wasserauswirkungen / EG Bremen (klicke für mehr Infos)
Deutschland importiert große Mengen von Flüssigerdgas (LNG) die durch Fracking gewonnen werden, vor allem aus den USA. Davon profitiert hauptsächlich die Industrie, allen voran die Chemie, welche z.B. unter hohem Wasserverbrauch synthetische Düngemittel damit herstellt. Aber aus welchen Regionen kommt dieses LNG und was macht Fracking dort mit Umwelt, Grundwasser und der Gesundheit der Menschen? Das wollen wir uns mit euch anschauen und dabei besonders die Fragen rund um Fracking und Grundwasser angehen.
[Workshop 7] Gestern, heute, morgen – Fischwelt und Fischerei in der Weser und der Wesermarsch / Gert Rosenbohm, BUND Wesermarsch
[Workshop 8] Gewöhnte Krisen –Die Landwirtschaft, das Trinkwasser und das Artensterben / Katharina Meyer & Friedemann Wagner, Wasserforum /NABU
Tiere, Pflanzen und ganze Ökosysteme verschwinden, das Wasser wird knapper, Dürren nehmen zu – auch in Bremen und Niedersachen. Das passiert aber alles langsam und wir gewöhnen uns an monotone Landschaften und sinkende Grundwasserspiegel. Wir wollen mit Euch schauen, was die Treiber des Biodiversiätsverlustes sind, was eigentlich mit unserem Wasser passiert und was die Alternativen zur leisen Krise sind.
In welcher Landschaft, in welcher grünen Stadt wollen eigentlich wir leben und was können wir dafür tun – politisch, in unserem Engagement und bei der nächsten Radtour ins Grüne.
Workshops von 16:15 bis 17:45 Uhr
[Workshop 10] Berichte von der Radtour „Landwirtschaft in Bewegung“ / Disrupt
[Workshop 11] Spaziergang auf Harriersand und die sichtbaren Folgen der Weservertiefung für das Ökosystem / Gert Rosenbohm, BUND Wesermarsch
[Workshop 12] Tausend Widerständige Territorien – Buchvorstellung mit Tom Klang vom Übersetzungskollektiv (klicke für mehr Infos)
Das Buch Tausend Widerständige Territorien ist eine antikoloniale, antikapitalistische Kritik des Mainstream Umweltschutzes, ein Einblick in einige der effektivsten und vielversprechendsten sozialen Bewegungen und eine Erkundung dessen, was eine ehrliche und umfassende Antwort auf die ökologische Krise im globalen Maßstab bedeuten würde.
Nach einer Bestandsaufnahme des Status quo widmet Autor Peter Gelderloos den größten Teil des Buches Interviews mit Bäuer*innen, indigenen Initiativen und Projekten die ihr Land beschützen um davon zu leben und Kämpfen die mit großer Entschlossenheit gegen Großprojekte gekämpft haben.
Abendessen
Gemütlicher Abend & verschiedene Angebote