Vortrag am Samstag den 07.11.2026, um 19:00 Uhr in der Klimawerkstadt
Inai’Ury P. Lisboa (Sprecherin des Volkes Tentehar-Guajajara), Luiz J. Moreno (Menschenrechtsaktivist) und Dr. Ronaldo Sodré (Geograf an der Uni Maranhão) berichten über den Landraub und Sojaanbau im Norden Brasiliens.
Sie erzählen von der Ausbreitung des Sojaanbaus in der Feucht-Savanne „Cerrado“, Vergiftung durch Pestizide und Landraub von indigenen Gebieten. Die Referent*innen stellen dar, wie Indigene angepasste Landwirtschaft betreiben, ohne die Natur zu zerstören, zudem gehen sie auf ihren Widerstand gegen die Ausbreitung der Soja-Monokultur in der Region ein.
Zwischen 2023 und 2024 verdoppelten sich die Gewalttaten gegen Indigene auf dem Land von 210 auf 420 Fälle. In den vergangenen fünf Jahren wurden zudem 19 Sprecher*innen afrobrasilianischer Gemeinschaften, Quilombolas, getötet.
Derzeit laufen in der Region die Vorbereitungen für sogenannte „Volkstribunale“, in denen geschädigte und betroffene Menschen, die von der Justiz nicht angehört werden, die Möglichkeit haben sich zu äußern. Ihre Fälle werden geprüft, rechtskonform dokumentiert und veröffentlicht. Für das erste Quartal 2027 ist ein Volkstribunal im Süden von Maranhão geplant.
Eine Veranstaltung vom Wesercamp und PEPP e.V. (Partner für Events, Projekte und Programme nachhaltiger Entwicklung e.V.). Gefördert von Brot für die Welt.
